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Heimbar-Grundausstattung: 14 Flaschen, 3 Tools, unzählige Cocktails

Von Gilles Coppex 6 Min. Lesezeit
In diesem Artikel
  1. Die 14 Flaschen für deine Heimbar-Grundausstattung
  2. Mixer und frische Zutaten, die du immer da haben solltest
  3. Die einzigen 3 Tools, die du wirklich brauchst
  4. Die nächsten Tools, in der Reihenfolge, in der ich sie kaufen würde
  5. Was du (vorerst) weglassen kannst
  6. Vergiss das Eis nicht
  7. Deine Einkaufsliste in drei Etappen
  8. Häufige Fragen
  9. Bereit, deine Bar auch zu nutzen?

Die meisten Heimbars scheitern auf dieselbe Weise. Jemand kauft 30 Flaschen, ein 12-teiliges Geschenkset mit einem Korkenzieher in Papageienform und einen Mixer. Sechs Monate später gibt es immer noch Gin Tonic.

Das brauchst du nicht. Für eine gute Heimbar-Grundausstattung reichen 14 Flaschen, drei Tools und ein Beutel Eis. Damit mixt du den Großteil der Cocktail-Klassiker, die Leute tatsächlich bestellen. In diesem Guide zeige ich dir genau, was du kaufen solltest, in welcher Reihenfolge und was du getrost ignorieren kannst.

Die 14 Flaschen für deine Heimbar-Grundausstattung

Das sind die Spirituosen und Liköre, die in klassischen Rezepten immer wieder auftauchen. Hast du sie im Regal, kannst du eine Margarita, einen Martini, einen Manhattan, einen Daiquiri, einen Drink im Stil des Negroni, einen Sidecar und Dutzende weitere Cocktails mixen.

Die sechs Basisspirituosen

  • Wodka
  • Gin
  • Rum
  • Tequila
  • Scotch
  • Bourbon

Der gereifte Weinbrand

  • Cognac

Die Modifier (die Flaschen, die aus einer Spirituose einen Cocktail machen)

  • Triple Sec
  • Orangenlikör
  • Aprikosenlikör
  • Beerenlikör
  • Trockener Wermut
  • Süßer (roter) Wermut

Das Prickelnde

  • Champagner oder ein guter trockener Schaumwein

Ein Tipp, der Geld spart: Wermut ist Wein, keine Spirituose. Einmal geöffnet, wird er bei Zimmertemperatur innerhalb weniger Wochen schal und oxidiert. Kauf kleine Flaschen und bewahr sie im Kühlschrank auf. Müder Wermut ist der häufigste Grund, warum ein Martini zu Hause schlechter schmeckt als in der Bar.

Du brauchst nicht in jeder Kategorie die teuerste Flasche. Nimm eine Marke aus der Mittelklasse, die du auch pur gern trinken würdest. Was du nicht pur trinken magst, wird auch mit Limettensaft nicht besser.

Mixer und frische Zutaten, die du immer da haben solltest

Die Flaschen sind der einfache Teil. Erst die frischen Zutaten machen den Unterschied zwischen einem guten Cocktail und einem klebrigen.

Immer im Kühlschrank: frische Limetten und Zitronen, Orangen, Cranberrysaft, frisch gepresster Apfelsaft, Ananassaft, Saft von der rosa Grapefruit, Tomatensaft und ein paar Eier.

Immer im Schrank: Cola, Sodawasser, Tonic Water, Ginger Ale oder Ginger Beer, Zitronenlimonade, Angostura Bitters, Honig und Maraschino-Kirschen.

Wenn ein Rezept danach verlangt: frische Minze, Beeren, Passionsfrucht, Gurke, Staudensellerie, Kiwi, Pfirsich und Birne.

Das größte Upgrade, das du machen kannst, kostet fast nichts: Press deine Zitrusfrüchte jedes Mal frisch aus. Limettensaft aus der Flasche schmeckt flach und leicht bitter, und er zieht jeden Drink mit nach unten.

Die einzigen 3 Tools, die du wirklich brauchst

Schau einem guten Barkeeper bei der Arbeit zu, und dir fällt etwas auf: Er benutzt nur sehr wenige Werkzeuge. Die allermeisten Cocktails werden entweder geshakt oder gerührt. Mit einem Shaker und einem Barlöffel kommst du also schon sehr weit.

1. Ein Cocktailshaker

Shaker gibt es in zwei Familien.

Der dreiteilige Shaker (auch Cobbler Shaker genannt) besteht aus einem Becher, einem eingebauten Sieb und einer Kappe. Er ist am einfachsten zu handhaben, er läuft nicht aus, und du brauchst kein separates Barsieb. Allen, die zu Hause anfangen, empfehle ich genau diesen. Seine einzige Schwäche: Er gießt langsam ab, vor allem wenn du Früchte darin zerstößt.

Der zweiteilige Shaker besteht aus zwei Metallbechern (oder einem Metallbecher und einem Glas), die ineinandergesteckt werden und dicht abschließen. Die meisten Profis arbeiten damit, weil er schneller ist und mehr Eis fasst. Wenn du dich dafür entscheidest, nimm eine Variante ganz aus Metall statt Glas und Metall: Metall kühlt schneller und kann nicht zerspringen. Außerdem brauchst du einen separaten Hawthorne-Strainer, also das flache Barsieb mit der Spirale am Rand.

Der zweiteilige Shaker braucht ein bisschen Übung, bis du ihn sauber schließen und öffnen kannst. Genau so etwas lernst du viel leichter, wenn du jemandem dabei zuschaust, als wenn du darüber liest. Im Cocktailkurs der SHAKR Academy ist es einer der ersten Handgriffe, die wir trainieren. Sobald deine Hände ihn draufhaben, geht jeder geshakte Drink schneller.

2. Ein Barlöffel

Ein langer, dünner Löffel, der bis zum Boden eines Rührglases reicht. Der gedrehte Stiel ist keine Deko: Er hilft dem Löffel, sich gleichmäßig zwischen deinen Fingern zu drehen. Die Länge ist das Einzige, worauf es wirklich ankommt.

3. Ein Jigger (Messbecher)

Das ist das Tool, das die meisten Hobby-Barkeeper weglassen, und genau das, auf das ich nie verzichten würde. Ein Cocktail ist eine Balance aus stark, süß und sauer. Gießt du 10 ml Limettensaft zu viel ein, wird dein Daiquiri harsch. Wer zu Hause frei Hand eingießt, bekommt fast immer einen unausgewogenen Drink. Ideal ist ein durchsichtiger Messbecher mit Skala in ml.

Die nächsten Tools, in der Reihenfolge, in der ich sie kaufen würde

Wenn du ein paar Dutzend Drinks gemixt hast, kommen diese dazu:

  1. Feinsieb. Ein kleines Sieb aus feinem Drahtgeflecht, das du unter dein Barsieb hältst. Es fängt Eissplitter und Fruchtstückchen ab, damit dein Drink sauber aussieht und seidig schmeckt.
  2. Rührglas. Ein schweres Glas mit Ausguss für gerührte Drinks wie Martini und Manhattan. Bewahr es im Gefrierfach auf: Kaltes Glas entzieht deinem Drink viel weniger Kälte.
  3. Scharfes Messer und Schneidebrett. Eine Klinge von 13 cm schafft alles, von der Ananas bis zur Zitronenzeste. Beim Brett ist Gummi die beste Wahl: Es rutscht nicht, übersteht heiße Spülgänge und macht dein Messer nicht stumpf.
  4. Zitruspresse. Die Handpresse mit Scharnier (grün für Limetten, gelb für Zitronen) bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. In die Zitronenpresse passen auch Limetten.
  5. Sparschäler. Für lange, saubere Zesten mit möglichst wenig bitterer weißer Haut.
  6. Stößel (Muddler). Zum Zerdrücken von Minze, Früchten und Kräutern. Muddle nur in einem Shakerbecher oder einem Glas mit dickem Boden. Dünnes Glas kann unter dem Druck brechen, und ich habe schon einen Barkeeper gesehen, der sich so die Hand aufgeschnitten hat.
  7. Gläsertücher aus Leinen. Das unscheinbarste und meistbenutzte Teil jeder Bar. Wasch sie heiß und ohne Weichspüler, dann trocknen deine Gläser ohne Schlieren.

Was du (vorerst) weglassen kannst

Der Mixer. Nur damit bekommst du Frozen Daiquiris und Piña Coladas hin, aber ein normaler Küchenmixer kann Eis nicht richtig crushen. Ein Gerät, das das schafft, kostet richtig Geld. Wenn dein Budget knapp ist, heb dir Frozen Drinks für später auf.

Gadget-Sets. Diese 12-teiligen Sets enthalten meist einen brauchbaren Shaker und elf Dinge, die du nie benutzen wirst. Kauf deine Tools lieber einzeln.

Spezialgläser. Du brauchst viel weniger Gläser, als du denkst. Welche genau, erkläre ich in Cocktailgläser: die 4 Arten, die du wirklich brauchst.

Vergiss das Eis nicht

Eis ist eine Zutat, keine Nebensache. Du verbrauchst mehr davon als von allem anderen in deiner Bar.

  • Nimm große, massive Würfel. Finger weg von hohlem oder röhrenförmigem Eis und dünnen Eisflocken: Sie schmelzen schnell und verwässern deinen Drink.
  • Mach dein Eis mit gefiltertem Wasser oder Flaschenwasser, damit es nicht nach Chlor schmeckt.
  • Füll deinen Shaker für jeden Drink mindestens zu zwei Dritteln mit frischem Eis.
  • Verwende das Eis aus dem Shaker nie im Glas weiter. Gieß stattdessen auf frisches Eis ab.

Warum ist trockenes Eis direkt aus dem Gefrierfach so wichtig? Es geht um die Verdünnung, und die Wissenschaft dahinter erkläre ich in Cocktail shaken, aber wie lange?

Deine Einkaufsliste in drei Etappen

Erste Woche: Gin, Rum, Bourbon, trockener Wermut, süßer Wermut, Triple Sec, Angostura Bitters, frische Zitronen und Limetten, ein dreiteiliger Shaker, ein Barlöffel und ein Jigger.

Allein damit kannst du einen Martini, einen Manhattan, einen Daiquiri, einen Whisky Sour, einen Gin Sour und einen Old Fashioned mixen.

Erster Monat: Wodka, Tequila, Cognac, die Fruchtliköre, Schaumwein, ein Feinsieb und ein Rührglas kommen dazu.

Wenn es dich gepackt hat: Scotch, die restlichen Tools, ein ordentliches Messer mit Brett und vielleicht doch der Mixer.

Häufige Fragen

Wie viele Flaschen brauche ich für eine Heimbar? Rund 14 decken die meisten Klassiker ab: sechs Basisspirituosen, ein Cognac, sechs Liköre und Wermuts sowie ein Schaumwein. Anfangen kannst du mit sieben.

Was ist das wichtigste Bar-Tool? Der Jigger. Der Shaker mischt deinen Drink, aber erst das Abmessen sorgt dafür, dass er ausgewogen schmeckt.

Sollten Anfänger einen zweiteiligen oder dreiteiligen Shaker kaufen? Einen dreiteiligen. Er hat ein eingebautes Sieb und ist leichter zu handhaben. Auf den zweiteiligen kannst du umsteigen, sobald du regelmäßig Drinks mixt.

Brauche ich einen Mixer? Nur für Frozen Drinks. Er ist das letzte Tool, das du kaufen solltest.

Bereit, deine Bar auch zu nutzen?

Eine gut ausgestattete Bar ist der Anfang, nicht das Ziel. Erst wenn du weißt, zu welcher Flasche du greifst, wie kräftig du shakst und wie du einen Drink rettest, der nicht stimmt, wird aus einem Regal voller Flaschen ein Cocktail, nach dem deine Freunde fragen.

Genau das lernst du im Cocktailkurs der SHAKR Academy. In 57 Lektionen und 8 Modulen lernst du die wichtigsten Techniken, die klassischen Rezepte, die du mit diesen 14 Flaschen mixen kannst, die Theorie hinter jeder Spirituose und wie du deine eigenen Drinks kreierst. Dazu bekommst du ein PDF-Handbuch mit allen Rezepten, den kompletten Kurs als Hörbuch und am Ende eine Zertifizierungsprüfung. Starte mit dem Cocktailkurs der SHAKR Academy.

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